Von Hintertürchen und fiesen Drachen – Auf einen Cappuccino mit: Markus Heitz

IMG_8744 (3)„Das ist eine Sache des Trainings“

Im Januar machte Markus Heitz mit „Drachengift“ seine Drachentriologie komplett.

Damit wurde der Reihe (vorerst) ein Ende gesetzt. Im Interview verrät er, warum seine Geschichte im 20. Jahrhundert spielt und wie er es schafft, nicht den Überblick zu verlieren.

Herr Heitz, in „Drachengift“, wie auch in den vorausgegangenen Bänden „Die Mächte des Feuers“ und „Drachenkaiser“, lassen Sie Drachen in der Moderne ihr Unwesen treiben. Wie kamen Sie auf die Idee, die Fabelwesen in eine Geschichte des 20. Jahrhunderts einzubinden und nicht etwa ins Mittelalter, indem sich viele Mythen über die Wesen ranken?

Genau aus diesem Grund – weil alle Drachen im Mittelalter kennen oder eben in Sagen, Märchen, Legenden und der klassischen Fantasy. Also suchte ich bewusst einen Zeitraum, den man zuerst nicht mit Drachen in Verbindung bringt. Und die 20er sind als Dekade an sich schon großes Kino. Da passen die Sachen wiederum sehr gut rein. Auch wenn ich gerne Historisches aus den jeweilen Jahren einbaue, um den Anschein zu erwecken, es könnte durchaus geschehen sein, musste ich bisschen glätten. Die russische Revolution fiel vorher schon aus, sie macht es unnötig kompliziert. Und Hitler habe ich auch erledigt, in München, bei seinem ersten Putschversuch. Damit sind die Nazis ebenso aus dem Spiel. Ich dachte, wenn ich die Menschheit schon mit Drachen quäle, reicht das vollkommen aus.

 

In „Drachengift“ laufen mehrere Handlungsstränge parallel zueinander, außerdem spielen mindestens 50 Personen und fünf Drachen (ich hoffe, ich habe mich nicht verzählt ) eine Rolle. Wie behalten Sie beim Schreiben selbst den Überblick? Oder sind Sie selbst schon durcheinander geraten?

Nein, das ist eine Sache des Trainings. Zum einen habe ich mein Personenregister, zum anderen arbeite ich Monate an einem Roman. Da bleibe ich in der Thematik und natürlich an den Charakteren dran. Die grobe Verwechslungsgefahr ist gering, bei Details muss man eben aufpassen. Das ist ein bisschen kniffliger, wie Augenfarbe und dergleichen.

 

Haben Sie von diesen handelnden Personen auch so etwas wie einen Lieblingscharakter, auf Drachengift bezogen?

Nein, habe ich tatsächlich nicht. Wobei mir die Drachen – das gebe ich zu – sehr am Herzen liegen. Auch wenn sie die Bösen und Fiesen sind. Dennoch hilft es nix, sie können nicht ewig gewinnen. Aber so richtig durch die Bank verlieren lassen, ach, das fiele mir noch schwerer.

 

Von der Zwerge-Reihe weiß man, dass Sie sich immer gerne ein Hintertürchen für eine Fortsetzung offen halten, ist das bei der Drachentriologie auch der Fall?

Die nächsten Jahre wird man von Drachen und den 20ern erstmal nichts lesen. Zwischen Band 2 und 3 lagen sieben Jahre, weil es zwischendurch viele andere Projekte und Romane gab. Das hat sich nicht geändert. Eine neue Fantasywelt steht im Herbst 2016 an, im Frühjahr kommt ebenfalls eine ganz neue Thematik. Es gibt immer was zu tun, und vor allem: stets etwas Neues. Das ist mir sehr wichtig, so sehr ich meine bekannten Welten schätze.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.